Curricula Vitae Rollae


(Illustration: Paula Troxler 2005.)

Curriculum Vitae Rollae No. 6

Geboren 1977 im luzernischen Seetal. Nach dem Primarlehrdiplom am Lehrerseminar Hitzkirch (das es nicht mehr gibt) und germanistischen Umwegen studierte Rolla Chorleitung, Musikpädagogik und Mitstudenten an der Akademie für Schul- und Kirchenmusik Luzern (die es nicht mehr gibt), um hernach zügig in die halbfreie Szene weiterzuschweifen, wo er heute noch ist, weil es ihm da behagt. Hat ausserdem einen Führerschein, den Nothelfer und den Schlüssel zu einem Pfadfinderlokal, das es nicht mehr gibt.

NB Falls Sie (z.B. für eine Pressemappe oder ein Programmheft) eine ausführlichere und/oder seiösere Biographie benötigen, wenden Sie sich bitte ungeniert und vertrauensvoll beim Autoren (siehe Kontakt). Falls Sie unseriös angehauchte Lebensläufe bevorzugen: Nachfolgend werden Sie fündig.

Curriculum Vitae Rollae No. 34

1977

1984

1995

2001

2008

2010

ff.

Curriculum Vitae Rollae No. 34 b (Version 2013)

1977

1984

1995

2001

2008

2010

2012

ff.

Curriculum Vitae Rollae No. 3

Geboren in jungen Jahren und aufgewachsen im Seetal, Kt. Luzern, Schweiz. Erstes Instrument 1984 (Blockfllöte), erster Gitarrengriff 1989 (G-Dur), dazwischen erste Klavierstunden (Sigmund Lichtsteiner).

Die ersten drei Lieder hiessen, wenn die Erinnerung nicht trügt und die Beschönigung nicht trägt, "Salzwasser", "Milch" und "Tausend rote Regenschirme"; wo die offenkundig schon in jungen Jahren ausgeprägte Affinität zu allem Fliessenden und Flüssigen herrührt, ist nicht hinreichend geklärt. Rollas Kindheit war nicht regenreicher als andere.

Kurz darauf die erste Band: Das Duo "Spes Clamoris" (mit Gerold Halder) ist so sehr mit dem kniffligen Revox-Tonbandgerät und seinen selbergebastelten Perkussionsinstrumenten beschäftigt, dass ein beendeter Song oder gar ein Konzert keinen Moment lang in Betracht gezogen werden können. (Das Duo hat sich bis heute nicht offziell aufgelöst und liegt folglich seit exakt neunzehn* Jahren untätig auf der faulen Haut. [*nunmehr zwanzig**; Anm. d. Red. im April 2011] [**nunmehr einundzwanzig***; Anm. d. Red. im April 2012] [***nunmehr zweiundzwanzig****; Anm. d. Red. im Mai 2013] [****nunmehr dreiundzwanzig; Anm. d. Red. im August 2014] etc. etc. - you get the idea, don't you, my dear?)

Dann die zweite Band ("Dreadful Birthday", zwischenzeitlich "Pneu" genannt) und erster Rauswurf: auf Betreiben des Drummers, wegen metrischer Differenzen. Rolla, im Herzen wilde Melodien und schwer wogende Moll-Akkorde tragend (jedoch tatsächlich bar jeder rhythmischen Akkuratesse), schwört bei seinem Haupte, dass er sich niemals wieder mit einem Schlagzeuger im selben Raum aufzuhalten wird.

Zwei Tage später verliebt er sich in die Schlagzeugerin einer Punk-Band. Aber erst nachdem Rollas nächste Band ("Le Grand Fromage National de la France") sich nach zwei Jahren verschleppten Spiels doch noch dazu durchringen kann, einen Schlagzeuger mitspielen zu lassen, gesteht das Mädchen, in Wahrheit Geigerin zu sein. Und darüberhinaus nicht in einer Punk-Band, sondern lediglich im Geigenunterricht zu spielen. Daraus folgt, dass sie nie übt. Das ahmt Rolla augenblicklich begeistert nach und ermöglicht sich und seinem zweiten Klavierlehrer (Rolf Schimmermann) einige schöne und lehrreiche Wirtshausbesuche. (Aber auch einige ebenso schöne und lehrreiche Lektionen in notenlosem und impulsiv-freiem Spiel.)

Dann ist das Lehrerseminar fertig, und Rolla studiert zuerst ein bisschen Germanistik und hernach ausgiebig Chorleitung und Schulmusik. In diese Zeit fallen die ersten Theatermusiken, die ersten Chöre, die vierte und vorderhand letzte Band ("Bonjour Madame Feldmusik"). Dann schliesst er das Studium mit einer konzertanten Aufführung der Dreigroschenoper im Treibhaus zu Luzern ab, in der Jazzmusiker, Laiensänger, Kunstpfeifer, klassische Pianisten, Schauspielerinnen und lyrische Tenöre bunt durcheinanderpurzeln. Das ist jetzt auch schon wieder ein paar Jahre her, aber das Durcheinanderpurzeln hat es ihm dermassen angetan, dass er immer noch in solcherlei Gefilden unterwegs ist.

Soweit der Stand der Dinge im Juni 2010. {Ausgenommen die penetranten alljährlichen Aktualisierungen im dritten Abschnitt. - Gerold, der Auftritt im Untergeschoss des Pfarreiheims, sag, kommt der noch?}

Gegendarstellung, Februar 2011: Der fünfte Abschnitt dieses Textes enthält einige harmlose Flunkereien schamlose Lügen die Person des Mädchens betreffend. Es gab niemals vor, Schlagzeugerin einer Punkband zu sein und übte, anders als hier dargestellt, relativ fleissig auf der Geige. Den Zusammenhang zur eigenen Klavierübefaulheit hat Rolla hanebüchen daherkonstruiert.

Kommentar zur Gegendarstellung: Der Autor hält an seinen schmalosen Lügen harmlosen Flunkereien fest.

Zweite Gegendarstellung, März 2011: Der Trompeter und die Akkordeonistin von "Le grand fromage national de la france" legen Wert auf die Feststellung, dass die Band niemals "verschleppt" gespielt habe, und wenn doch, so sei dies lediglich dem "Gitarristen" und "Sänger" C.R. zuzuschreiben.

Kommentar zur zweiten Gegendarstellung: Der Trompeter und die Akkordeonistin haben recht.

Dritte Gegendarstellung, April 2011: Der Trompeter und die Akkordeonistin verwahren sich überdies gegen die Unterstellung, bei ihren Instrumenten habe es sich um eine Trompete und ein Akkordeon gehandelt; vielmehr seien es ein Bass (er) und eine Geige (sie) gewesen.

Kommentar zur dritten Gegendarstellung: Der Autor hält an seiner Darstellung fest.

Kommentar zum Kommentar zur dritten Gegendarstellung: Der Trompeter und die Akkordeonistin stellen sich auf den Standpunkt, dass der Autor ein impertinenter Esel sei.

Nachtrag zum Kommentar zum Kommentar usf: Der Autor hält fest, dass er kein impertinenter Esel ist, höchstens ein Ploderi.

Nachtrag (im Jahre des Herrn 2015):
Es wurden in der Zwischenzeit keine weiteren Proteste gemeldet.


Curriculum Vitae Rollae No. 17


Blockflötengruppe von Frau Geiger (1984-1985)
Bonjour Madame (Hafenspelunkenkunstlieder, 2004-2010)
Dreadful Birthday (gut gemeinter Mundartrock,1992-1993)
hhhhb (Duo mit genau einem Song und einem Auftritt, ca. 1996)
Kammerchor Aarau (Gastsänger, ca. 1999-2003)
Klaviervortragsgruppe Lichtsteiner (1986 bis1993)
Klaviervortragsgruppe Schimmermann (1993 bis 1998)
Le Grand Fromage National de La France / Stine (Folk, 1995 bis 2000)
Männerchor Harmonie Willisau (als Dirigent, 2004-2007)
Musikschullager Hochdorf (irgendwo im Wallis, ca. 1989)
Pulse / Quilt (Trippiger Pop, ca. 1996-1999)
Schweizer Jugendchor (eine Saison als Tenor, ca. 2001)
Semifest-Coverband Small Pox (ca. 1997)
Spes Clamoris (Revox-Duo,1991-1993, de facto unaufgelöst)
Tribschenband (ad-hoc-Band von Hausbewohnern, Werkhof, ca. 2003)
Vokalensemble Seminar Hitzkirch (1995 bis 1998)
Vorgängerband von Spes Clamoris (zwei Proben mit Klarinette, ca. 1991)

Curriculum Vitae Rollae No. 34 c (Version 2014)

1977

1984

1995

2001

2008

2012

2013 und 2014.

ff.

Curriculum Vitae Rollae No. 58

Es war damals Sitte, nach dem Ende der Schulzeit ein wenig Weltluft zu schnuppern, bevor man sich dem Studium oder dem Berufsleben anvertraute. Besonders à la mode, aber nur bei den Mädchen, war Südamerika; ein paar wenige zog es auch nach Afrika. Was die Jungs machten, weiss ich nicht genau. Die meisten wurden wohl zur Rekrutenschule eingezogen, und ein paar, hörte ich, sollen nach nach Prag gegangen sein, um Bier zu trinken. - Ich aber blieb im Lande. Allerdings konnte man auch hier ein wenig herumreisen. Die erste Reise führte mich an den Bodensee. Ich stierte wohl eine halbe Stunde lang auf die weite Fläche vor mir und fuhr dann zurück. Ein andermal kaufte ich mir in Bern eine Wanderlampe. Und einmal reiste ich gar bis nach Fribourg, aber ich kann mich beim besten Willen des Grundes nicht entsinnen.
In jenem Jahr der Mannwerdung blieb ich also innerhalb des Zäunchens namens Landesgrenze. Mit einer Ausnahme, aber das ist eine traurige Geschichte, und auch die führte mich nicht weiter als bis ans Meer.
Erst Jahre später zog es mich an etwas entferntere Orte, doch verliess ich bislang nicht den kontinentalen Sockel, auf dem ich geboren ward; die Pole, an die mich meine Biographie bislang spazieren führte, sind besonders entlegen nicht.

Nordpol: 61°22’ N - Feld in der Nähe Eidsbugarden.
Südpol: 35° 49’ N - Bushaltestelle bei Birzebugga.
Westpol: 1°31’O - Toilette am Stadtrand von Andorra la Vella.
Ostpol: 25°36’ O - Keller in Brasov.